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Sonntag, 20.05.2012

Wolkenbruch und seine Folgen

23.05.2010

Nachts um ca 01:30 Uhr bin ich aufgewacht durch heftiges Prasseln am Fenster.

Ich schaue raus und sehe einen gewaltigen Wolkenbruch der sich über unser Quartier ergiesst. Und mit giessen meine ich in Strömen giessen. Ich denke sofort, Mist, mein Wagen wird jetzt sicher im Morast versinken, denn die bauen ja gerade an der Strasse und deshalb steht er nicht in der Garage, sondern vor dem Haus auf dem umgeackerten Weg. Solange es trocken ist, ja kein Problem, aber jetzt.... Nun, ich runter um nach zu schauen.

Pratuang ist schon draussen und sieht sich das an. Sie meint allerdings, dass eher der Bagger kippen könnte, steht der doch etwas schief rum. Ich sehe aber, der steht schon gut da, aber der Nissan ist bereits eingesunken im aufgeweichten Boden. Ich versuche einmal, weg zu fahren, aber denkste, nichts geht, er gräbt sich ein. Nun, da hab ich am Morgen dann Arbeit um den wieder flott zu kriegen. Um halb sieben ruft die eine Nachbarin an und will wissen, wann den der Bautrupp kommt. Wir wissen das nicht und und fragen, warum sie das wissen will. Sie sagt, dass sie beim rausfahren aus dem Hof auf die Strasse im Dreck stecken geblieben sei. Nun, dass war ja klar, da wäre ich nicht ums verrecken durch gefahren, aber die hat geglaubt, dass passt schon. 

Auf der anderen Seite des Quartiers sind auch noch zwei Wagen im Morast eingesunken. Ich beginne derweil, meinen Wagen auszugraben und versuche, wegzufahren. Die ersten Versuche scheitern kläglich, der Wagen zu schwer und zu tief im Dreck. Also weitergraben, den Wagen anheben mit einem Wagenheber. Zum Wagenheber soviel. Mitgelieferte Wagenheber sind Mist, da drehst du dir einen Wolf und der Wagen hebt sich nicht wirklich. Nun, ich habe ja gutes Werkzeug aus der Schweiz mitgenommen und dershalb grabe ich weiter, bis ich Steine unterlegen kann und so hoffe, ich komme nun frei. Ich probiere es wieder, geht nicht. Da kommt der Baggerfahrer und will seine Bagger abholen, um auf einer anderen Baustelle zu arbeiten.  Ein Nachbar und ich bitten ihn, meinen Wagen etwas anzustossen, und so den Nissan frei zu bekommen. Und siehe da, es klappt. Nun bin ich auf der Stassenmitte, die noch befahrbar ist. Nun muss ich aber weg von der Strasse und auf einem angrenzenden Grundstück parken, dass gut befahrbar ist. Vorsichtig fahre ich über die Strasse bis zur Auffahrt des Grundstückes. Dann mit Vollgas und mit Glück und viel rutschen schaffe ich es, dort anzukommen. So, und nun lass ich den Wagen dort bis die Strasse betoniert und problemlos befahrbar ist. 

Nun bitten wir den Baggerfahrer, die anderen Wagen zu befreien, die sehr viel tiefer im Morast stecken. Er sagt zu und mein Nachbar holt Seile ( eher Schnüre) um seinen Wagen raus zu ziehen. Die halten natürlich nicht und ich hole richtige Gurten mit Haken, die ich aus der Schweiz mitgenommen habe, um richtig ab zu schleppen. Den ersten Wagen haben wir nach ein paar Minuten draussen und nach etwa einer viertel Stunde waren alle Wagen frei und stehen nun auf dem Grundstück. Ich habe dem Baggerfahrer dann ein Trinkgeld gegeben, demonstrativ vor allen Nachbarn, weil ich gesehen habe das niemand von den Betroffenen sich beim Baggerfahrer bedankt hat. Erscheint denen selbstverständlich das er das macht. Ich habe mich gefreut das er Zeit hatte und sich diese nahm.

Warum wir die Wagen vor dem Haus parkiert haben ? Nun, hier werden Autos schon mal gestohlen und zerlegt um dann als Ersatzteile verkauft zu werden. Oder sie werden direkt nach Kambodscha verschoben. Deshalb haben die Leute ihren Wagen am liebsten im Hof eingeschlossen oder doch ganz nahe am Haus. Das war der Grund, warum auch ich meinen Wagen nun während der Bauphase jeweils am Abend vors Haus gestellt habe. Ging ja gut bis eben dieser Wolkenbruch kam und alles etwas durcheinander gebracht hat. 

Intressant dabei ist aber auch, ich habe gesehen, dass die verlegten Abwasserrohre nicht wirklich Gefälle nach nur einer Seite haben, wie dass eigentlich sein sollte.Und bei der einen Kurve, wo die Rohre noch nicht mit dem Kurvenstück versehen sind, sieht man deutlich, dass die Rohre unterschiedlich tief verlegt wurden, siehe Bild 006. Da steht das Wasser teilweise schon komisch im Salat rum und ich weiss nicht wirklich, wohin es am Schluss fliessen wird. Bin mal gespannt, wenn alles fertig ist, wie dies dann funktioniert. 

Nun, nachdem die Wagen wieder flott gemacht wurden, nehme ich mir für den Rest des Tages frei und halte ausgiebig Siesta.

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