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Sonntag, 20.05.2012

Erste Septemberwoche

05.09.2010

Diese Woche ist wiederum einiges gelaufen. Da im Moment Regenzeit ist, ist alles grün. Es wächst und gedeiht, dass man so richtig seine Freude hat.

Zumindest mein Gärtnerherz schlägt da höher. Und hier in unserem Changwat (Kanton) Chachoengsao ist die Regenzeit bis jetzt so verlaufen, dass es zwar regnet, aber nicht zu Überschwemmungen gekommen ist, wie in diversen anderen Gegenden von Thailand. Aber es wächst alles und das in einem Tempo, dass man mit Unkraut jäten beinahe nicht nachkommt. Aber so haben wir immer was zu tun. Pratuang hat sich zu einer Gärtnerin mit einem Super Grünen Daumen entwickelt. Unser kleiner Garten neben dem Haus ist mit Früchten wie Bananen, Papayas, Granatäpfeln, und Mangos angepflanzt. 

Daneben diverse thailändische Gemüse und natürlich Blumen in Hülle und Fülle. Und alles wächst, gedeiht und beginnt zu blühen und Früchte zu tragen. Unser ganzer Stolz im Moment ist ein der beiden ersten Bananenstauden, die einen riesigen Fruchtstand entwickelt hat, der sich dann hoffentlich zu einer grossen und guten, reifen Bananentraube entwickeln wird. Daneben ernten wir regelmässig Papayas, die übrigens sehr gut für die Gesundheit sind. Nun hat Pratuang noch zwei Mangobäumchen gepflanzt. Mal sehen, was daraus wird. Bin aber überzeugt, auch dies sollte gelingen. Und daneben blühen unsere Seerosen, Hibiskus und Cannas, Bougainvilleas, und noch vieles mehr. 

Also so richtig schön, wie das alles blüht und gedeiht. Und daneben noch die eine oder andere kleine Freude. So hat uns eine Nachbarin angesprochen und gefragt, ob sie ein paar Blumensetzlinge haben kann. Sie sagte, dass seit wir hier sind, alles sehr sauber geworden ist und nun möchte sie ihren Garten auch verschönern, Dazu hat sie sich auch noch diverse Früchte Pflanzen gekauft und es scheint, dass sie nun ihren Garten etwas mehr pflegt und unterhält. Ist doch toll, wie ein Vorbild wirken kann, besser als jede Belehrung. Und Mi, unsere Lieblingsnachbarin, hilft ihr beim pflanzen. Daneben haben wir noch eine andere Nachbarin, die immer mal wieder jätet und Gemüse anpflanzt und auch erntet, so war das ja auch geplant und beginnt langsam zu funktionieren. 

Am Samstag habe ich zum ersten Mal in meinem Leben selbst Konfitüre gemacht. Wir haben immer reife Ananas rumliegen und so kam die Idee, mach ich mal Ananas Konfitüre. Zuerst haben wir uns passende Gläser gekauft, Zucker geholt und dann 2 Kilogramm geschält und kleingewürfelt. Anstelle von einem Pürierstab habe ich die gekochten Ananas mit dem Passevite passiert und nachdem die Konsistenz mir gut erschien, in die heiss ausgekochten Gläser abgefüllt. Am Sonntagmorgen haben wir dann unser Frühstück mit Brot und selbst gemachter Konfitüre genossen. Die Konfitüre schmeckt prima. Als nächstes wage ich mich nun an eine Mango Konfitüre. Ich berichte dann darüber. Ende letzter Woche gab es nebst der traurigen Geschichte mit den Hunden noch eine zum schmunzeln. Wir kamen am Samstagabend nach Hause. Ich wollte meine Mails checken, aber nichts ging. Beim Router stellte ich fest, keine Verbindung. Eine Nachbarin erzählte uns, dass die Internetfirma in unserer Strasse einen anderen Nachbarn mit Internet ausgerüstet habe. Da war mir sofort klar, der Monteur hat was falsch zusammen gehängt oder ein falsches Kabel gekappt. Also am Sonntagvormittag angerufen und um Abhilfe gebeten. Man versprach uns, so schnell wie möglich einen Monteur vorbei zu schicken. Niemand kam. Am Montag dasselbe. Am Dienstag wieder nachgefragt. Ja, man wisse es und schicke jemanden. Am Abend, so gegen neunzehn Uhr kamen dann zwei Mann und wollten als erstes den Router checken. Das ist hier so ein Standardprozedere. Bei Anrufen wegen Problemen wird man meistens aufgefordert, den Router zu bringen. Ich erklärte den beiden Monteuren, dass das Problem beim Kabel liege. 

Ein höfliches Lächeln, das sagen wollte, was versteht der den davon. Der eine schaltete den Router ab und an, und meinte, klare Sache, Router defekt. Also holt er einen neuen aus dem Wagen, und siehe da, nichts ging. Nun wurde die Leitung gemessen und er erklärte mir, er kenne nun den Fehler, da muss was am Kabel liegen. Er würde jetzt zum Verteiler gehen. Fünf Minuten später hatte ich wieder Internet, und er kam etwas kleinlaut zurück und meldete, es wären zwei Kabel vertauscht worden. Er entschuldigte sich „khothot khap“ was an sich für Thailand ein beinahe einmaliger Vorgang ist. Normalerweise hätte man gar nichts gesagt oder eine haarsträubende Geschichte (Ausrede) aufgetischt, aber zuzugeben, dass etwas falsch gemacht wurde, Hut ab. Wenn man allerdings sieht, wie so eine Kabel Installation an einem Verteilermast aussieht, ist es fast verständlich, dass es nicht auf Anhieb funktionieren kann. Hier werden Kabel einfach aufgehängt. Legt eine Firma ein neues Kabel, wird das alte gekappt, aber hängen gelassen. Egal wo Kabel sind, Sie müssen hängen, es ist das Lametta der Thais, denn es ist so aufregend, Sie zu entwirren, es wird nicht abgeschnitten, bei einer Verlängerung wird ein Kabel genommen was gerade zur Hand ist. 

So ergeben sich dann mit der Zeit riesige Kabelhaufen, und darin dann das richtige Kabel zu finden, erfordert schon beinahe wieder Bewunderung. Und meistens funktioniert es ja. Noch gesehen diese Woche: einen wunderschönen Bindenwaran, der die Strasse überquerte und eine riesigen Falter, der leider am Schluss nichts Besseres wusste, als sich im Deckenventilator zu verstecken und dabei zum Schluss schlecht aussah.

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