Die Strasse ist fertig
14.07.2010
Heute Morgen um halb acht Uhr stand eine sehr grosse Schar von Arbeitern bereits da und die begannen sofort mit den letzten Vorbereitungen für das Giessen der Betondecke unserer Strasse.
Nach 5 Wochen Bauzeit also der Abschluss. Da haben die jetzt aber richtig Gas gegeben. Um acht Uhr dann war der erste Betonwagen da. Und nun begann das giessen des Belages. Der Beton wurde auf den Untergrund geleert und die Arbeiter begannen mit Hacken und anderem Werkzeug diesen zu verteilen. Danach wurden Armierungseisen in den Beton verlegt und von den Arbeitern eingestampft. Das erzielt gleichzeitig auch einen ähnlichen Effekt wie wenn man Beton fibriert. Ein Team begann dann sofort mit dem groben Abziehen und ein weiteres Team mit dem Feinabzug. Die Stellung richtig „Thailike“ in der Hocke, so wie ich es nie schaffen würde und das mitten im Beton. Aber es funktionierte gut und das Ganze ging sehr schnell voran. Ein Betonmischer nach dem anderen rollte an und entleerte seine Ladung. Ruhig und konzentriert wurde gearbeitet und so war um 11:00 Uhr bereits der ganze Belag gegossen. Dazu waren 16 Ladungen à 5 m3 nötig. Weiter ging es danach mit Feinarbeiten, so zum Beispiel ein Antirutsch Profil anzubringen. Mit einfachen Mitteln, Drähte in ein Brett gesteckt und dann über den feuchten Belag gezogen ergab dann diesen Effekt. Und natürlich möglichst jede Unebenheit nochmals nach bessern. Um zwölf Uhr spendierten wir dann ein Mittagessen mit kalten Getränken und Kuchen zum Dessert. Das wurde mit Begeisterung angenommen. Dazwischen hatte immer mal wieder der eine oder andere Arbeiter gesundheitliche Probleme. Einer erlitt einen Malariaanfall, zwei andere starke Kopfschmerzen, ich denke wegen der grossen Hitze. Wir konnten aber alle versorgen mit Schmerz/Fiebertabletten, und die Leute konnten weitermachen. Es wurde weiter gearbeitet und aufgeräumt, da und dort noch eine kleinere Korrektur vorgenommen und danach zum Zvieri nochmals richtig beim Essen zugelangt, es war genug da und es hat geschmeckt.
Rund um den Bau unserer Strasse gibt es auch einige kleine lustige Begebenheiten. So erklärte am Anfang der Polier allen Bewohnern, dass sie direkte Abläufe von jedem Haus in die neuen Abwasserrohre legen würden, wenn jemand da möchte. Die Kosten für das Material ( 250 Baht) und pro Ablauf für die Arbeit 300 Baht (total etwa 18 Franken). Das Ganze sei nicht in den Bauarbeiten vorgesehen, aber man würde das machen. Wir meldeten sofort Bedarf, da ich schon lange die Abläufe der Regenrinnen in den Abwasserkanal leiten wollte. Daneben meldeten sich noch 3 Nachbarn, die anderen wollten das nicht, es wäre zu teuer, ja gratis würden sie es schon nehmen, aber bezahlen, nein. Der Polier erklärte auch noch, dass die meisten Liegenschaften Probleme bekommen würden, weil die Strasse höher als die Vorplätze liegen würde. Und wenn der Beton dann einmal eingebracht sei, dann würde es echt teuer, nachträglich etwas zu machen. Aber wie gesagt, die anderen wollten nicht. Als diese dann aber nach dem betonieren sahen, wie hoch die Strasse nun ist, kamen zwei Anfragen, sie möchten nun auch noch einen Abfluss haben. Ich weiss nicht, ob die Firma das noch macht, aber da fragt man sich doch schon, was studieren gewisse Leute oder hören die zu wenn man etwas sagt.
Und natürlich sind die meisten Tore jetzt nur noch nach inne zu öffnen. Eben wegen der Höhe. Wer kein Auto versorgen will, der hat kein grundsätzliches Problem. Aber wer seinen Wagen in den Vorhof stellen will, der schon. Denn die Höfe sind 7 Meter lang und 4 Meter breit. Da passt es nicht, den Wagen rein zu stellen, wenn die Türen nach innen geöffnet sind. Es war bei dieser kleinen Siedlung von Anfang an klar, dass irgendwann einmal die Strasse gemacht wird. Gut, es hat 17 Jahre gedauert, aber man hat es gewusst. Jahrelang haben die Leute nach Regenfällen das Wasser mit Besen aus dem Hof auf die Strasse gefegt. Den Vorhof aufzufüllen, damit das nicht passiert, nein, das kostet und das machen wir nicht. Nur zwei Vorhöfe sind aufgefüllt, der unserer direkten Nachbarin und unserer. Dadurch sind die Tore höher angebracht und lassen sich problemlos nach aussen öffnen. Und nun das grosse Studieren, was soll ich jetzt machen. Hilflos sind sie nun und natürlich kann man nicht zugeben, dass man falsch gelegen hat. Ich bin gespannt, was diese Nachbarn machen, wahrscheinlich werden sie irgendwann Pratuang fragen, ob ich eventuell helfen könnte. Will ich aber nicht.
Auch tauchte die Frage auf, warum die Firma mir den Beton bis zu meiner Türe und der der direkten Nachbarin aufgefüllt haben und bei Ihnen nicht. Dass wir schon vorher bis auf die Strasse hinaus betoniert hatten, und dabei die Höhe der Strasse schon hatten, haben sie nicht gesehen. Bei ihnen fällt es steil ab zum Hof und das wollten die nicht betonieren.Und nur darum hat die Firma am Schluss eben das bei uns wieder hergestellt. Und die anderen haben nie den Polier gefragt, ob es möglich wäre, das er bei Ihnen das macht. Und ohne Fragen gibt es auf der ganzen Welt keinen Erfolg. Mit nettem Fragen und ab und zu mal ein kühles Getränk, das schafft Wunder. Bei uns hat es geklappt.
Und unser Lieblingsnachbar, der Schreihals, regte sich unsäglich auf, weil er nicht jede Nacht mit seinem Tuktuk in den Vorhof fahren konnte, Es waren ganze zwei Nächte, und dies wegen dem betonieren. Hat er oder wollte er nicht verstehen. Und hat sich natürlich bei der Baufirma so richtig beliebt gemacht, so dass die ihm den Zwischenraum vom Haus zur Strasse extra offen gelassen haben. Den muss er nun selbst füllen. Geschieht ihm recht, wie man in den Wald ruft. Aber zum Glück hat er wenigstens einen Ablauf machen lassen, so dass nun sein Abwasser nicht mehr auf die Strasse läuft wie bis anhin. Seinen Tuktuk hat er schon am Abend reingefahren, obwohl ihm gesagt wurde, das man nicht befahren soll. Intressiert den aber keinen Sch.....dreck. Der ist so, leider.
Meine Garage bekomme ich noch betoniert, sobald der Strassenbelag tragfähig ist, dass hat der Polier mir versprochen, und dabei lassen wir den Vorhof unserer hilfsbereiten Nachbarin Mimi noch auf betonieren. Danach bekomme ich noch einige LKW Ladungen Aushub, um neben dem Haus fertig aufzufüllen. Danach beginne ich alles wieder schön herzurichten, mit der Schaukel, Bambushütte und Blumen. So habe ich weiterhin was zu tun.
Ich melde mich wieder, wenn ich das erledigt habe.
Bildergalerie zu: 'Die Strasse ist fertig'...
