Sie sind hier: Mein Tagebuch / Tagebucharchiv 2009 / Küchenumbau auf thailändisch
Sonntag, 20.05.2012

Küchenumbau auf thailändisch

12.08.2009

Wir beschlossen, in unserer Küche einige Umbauten zu machen.

So wollten wir ein grosses Fenster einbauen, damit wir mehr Licht und mehr Luft im Haus haben, und eine eingebaute Spüle mit Kochfeld und Arbeitsplatz. Zuerst wurde mal die Dimension des Fensters festgelegt und dann dazu ein vorgefertigtes Fenster gekauft. Die Mauer war relativ schnell ausgebrochen und der Rahmen wurde eingesetzt. Ich hatte davon eine etwas andere Vorstellung, wie man das macht, aber hier wird einfach der Holzrahmen in die Mauer gemauert, ohne irgendwelche Verankerung. Das sei hier so üblich und halte.

 Na ja, die müssen es ja wissen. Dann ging es an den Innenausbau. Bei uns wird dies mittels einer grossen Platte gemacht, in die dann die Spüle und das Kochfeld eingelassen wird. Drunter kommen dann Einbauschränke nach Wunsch. Eine Arbeitsplatte hatte ich nicht. Aber unser Baumeister sagte, er macht das wie hier üblich, er mauert mir das. Ich habe ihm also meine Wünsche bekannt gegeben, vorallem, alles sollte am Schluss eine Ebene sein und mit Platten so abgedeckt werden, dass die Reinigung eine einfache und unkomplizierte Sache ist. Schon die Vorbereitung der Arbeit war doch ziemlich unterschiedlich für meine Vorstellung. Zuerst hinter dem Haus im Garten mal ein paar lange gerade Äste abgesägt um daraus ein Gestell zu zimmern, welches dann die Grundlage für das Einbauteil werden sollte. 

Immer wieder fehlte was und der Mitarbeiter suchte sich alles irgendwie und irgendwo zusammen. Dann ging es los mit dem zusammen nageln der Holzteile. Sah irgendwie schon unfachmännisch aus, aber es schien zumindest zu halten. Ich insistierte immer wieder mal, wenn ich der Meinung war, dass meine Wünsche nicht richtig interpretiert würden, was aber jeweils nur mit einem mai pen rai (macht nichts) und mai mi panha (kein Problem) beantwortet wurde. Auf meine Frage, ob wir nicht zuerst den Spültisch kaufen sollten, damit die Grösse der Aussparrung bekannt ist, mai mi panha, das passt schon. 

Ist das Kochfeld ausgemessen, damit diese Aussparrung richtig ist? Mai mi panha, passt schon. Ich ungläubiger Farang, bezweifle das, aber so ist es hier. Es klappt schon am Schluss, basta. Also lass ich die beiden zimmern und betonieren, sogar mit Armierungseisen, soll und muss ja halten. Sieht nicht schlecht aus, und irgendwie denke ich, könnte es sogar klappen. Nun, während dem der Beton ziehen und trocknen muss, gehen wir die Spüle und die Elemente für den Unterbau kaufen. Ich frage den Baumeister immer wieder, ob dies oder jenes denn auch passen wird, und er bestätigte durchs Band weg, ja, mai mi panha. Zurück zuhause, was soll ich sagen, die Spüle passte nicht, er musste das Loch vergrössern, ich aber unterliess es, einen Kommentar abzugeben, hätte ja eh nichts gebracht. Nur heimlich habe ich mich geärgert. Die Arbeit ging dann etwas schleppend weiter, der Baumeister hatte was anderes zu tun. Ein hier übliches Vorgehen, man kann sich nicht ganz richtig verlassen, muss man eben einfach akzeptieren. 

Zwei Tage später ging es dann weiter. Die Spüle wurde eingebaut, die Fliessen gelegt und alles sah eigentlich ganz gut aus. Ich holte nun das Kochfeld, um es einzusetzen. Und siehe da, die Aussparrung war zu gross, alles bereits gefliest und keine Möglichkeit mehr, ohne übergrossen Aufwand dies zu reparieren. Und was hiess es vom Baumeister, als ich ihn darauf hin ansprach, mai pen rai, in Thailand machen wir das immer so. (grrr..krrrr…wurg…und so weiter), aber was soll`s, ich musste das ja wissen, also jai jen (cool bleiben) und freundlich lächeln. Als solches funktioniert die Küche ja, und sieht gut aus, ist praktisch zum arbeiten und gefällt allen. Auch das es hell ist und luftig, wiegt dann am Schluss die nicht ganz nach meinen Wünschen gebaute Einrichtung auf. Und hinter dem Haus habe ich noch ein kleine Blumengärtchen angelegt, ist zwar nicht unser eigener Boden, er gehört der Gemeinde, aber ich schaue gerne aus dem Fenster und sehe dann eben lieber Blumen als den üblichen Wildwuchs. 

Und ich unterhalte und pflege erst noch umsonst den Boden der Gemeinde. Dabei fällt mir ein, wir wollen nächstens mal mit der Gemeinde reden, ob wir den Boden um unser Haus mieten können, um etwas Sicherheit zu haben, dass alles was ich da so mache, wir auch einige Zeit benutzen dürfen. Denn nach etwa 12 Metern hinter dem Haus ist Privatland, das eventuell zu kaufen ist, was super wäre. Ich berichte darüber aber dann später mehr, wenn ich genaueres weiss. Und damit es bei Regen nicht durch das offene Fenster regnet, haben wir noch ein schönes Vordach über dem Fenster montiert. 

Und so richtig eingeweiht haben wir die Küche dann zusammen mit Michael, unserm Sohn, in dem wir Pizza gebacken haben und so festgestellt haben, die Küche ist ok.

Bildergalerie zu: 'Küchenumbau auf thailändisch'...