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Sonntag, 20.05.2012

Jahrzeit

27.09.2009

Jahrzeit für meine Schwiegermutter.

Am 25. September jährte sich zum zweiten Mal der Todestag meiner Schwiegermutter. An so einem Gedenktag geht man entweder in einen Tempel oder man lädt Mönche nach Hause ein für ein Tamboon= Gutes tun. Wir beschlossen, es im Tempel zu machen und fragten bei einem kleinen Tempel in der näheren Umgebung an, ob wir es dort machen dürfen. Der Abt war mir auf den ersten Blick sympathisch und er sagte auch zu, mit seinen Mönchen dies zu tun. 

Wir beschlossen, das Tamboon am Sonntag zu machen, da mein Schwager und seine Frau, die in der gleichen Stadt wohnen, auch dabei sein können. Es sollten eigentlich alle Kinder der Schwiegermutter dies tun oder dabei sein. Allerdings sagten die beiden dann am Samstagabend kurzfristig ab. So ein Tamboon sieht dann in etwa folgendermassen aus. Es wird Essen für die Mönche gekocht, und es werden Gaben zusammen gestellt, wie etwa eine Mönchskutte, Kerzen, Dinge des täglichen Gebrauchs wie Seife, Zahnpasta, Nähzeug, Sandalen, Medikamente, Esswaren, Getränke, usw. Das wird dann in einen meistens gelben Kessel verpackt, wir haben diesmal eine grosse Aluminiumpfanne genommen, und am Ende der Zeremonie den Mönchen überreicht. Dazu noch für jeden eine Blume mit Kerzen und Räucherstäbchen sowie ein Briefumschlag mit einer Barspende drin. Tamboon bedeutet wie gesagt, etwas Gutes tun, in dem man für die Mönche spendet und sich dadurch Glück und Zufriedenheit erwirbt. 

Also legte Pratuang los mit der Organisation und den Vorbereitungen. Essen einkaufen, Hilfe beim Zubereiten organisieren, einkaufen der Gaben, was genau muss dabei sein, usw. Zwei Nachbarinnen erklärten sich bereit, ihr dabei zu helfen. Am Samstagabend war dann alles soweit bereit, bis auf das Essen, welches frisch sein soll und deshalb erst am Sonntagmorgen zubereitet wird. Also am Sonntag um 05:00 Uhr Tagwache und loslegen mit dem Essen. Noch schnell in die Stadt um letzte Zutaten zu holen , im Garten Blumen schneiden und Sträusse binden, das habe ich ja mal gelernt zum guten Glück, und dann um etwa halb zehn mit den Nachbarinnen zusammen losfahren zum Tempel. 

Dort begannen wir dann mit dem bereitstellen der Speisen und Gaben, dazu konnten wir das Geschirr des Tempels benutzen, welches in den meisten Tempeln reichlich vorhanden ist. Nachdem alles schön zusammen gestellt war, rief ein Gong die Mönche zusammen zum Gebet. Unter Anleitung des Abtes begann dann die Zeremonie, bei der abwechselnd die Gäste und die Mönche im typischen Singsang die für die Totenehrung vorgesehenen Gebete beteten. Anschliessend an die Zeremonie wurde den Mönchen das Essen serviert. Nachdem sie dann fertig waren, wurden die übrig gebliebenen Speisen abgetragen und die Helfer des Tempels, meist junge Männer, konnten nun ebenfalls essen. Wir hätten jetzt auch essen können, aber wir wollten dies dann zuhause tun. 

Bei jeder Speisung der Mönche essen diese zuerst und alleine, die Spender/Gäste essen immer erst nachher. Und alles, was übrig bleibt, darf danach von den Leuten gegessen, respektive mit nach Hause genommen werden. Eine sinnvolle Sache finde ich. Man gibt und man bekommt. Meine beiden Nachbarinnen fanden allerdings, dass so ein Tamboon doch recht teuer sei, und sie deshalb eher wenige Male so etwas machen. Ok, wenn man sieht, was die durchschnittlichen Leute hier verdienen und was wir für diesen Tag ausgegeben haben, muss ich ihnen Recht geben. Allerdings frage ich mich, ob man so ein Tamboon nicht auch einfacher machen könnte, aber da kommt dann wieder das folgende Problem zu Zuge. 

Man darf nicht knausern, sonst verliert man das Gesicht. Also lieber kein Tamboon. Man kann aber auch täglich sein kleines Tamboon machen. Am Morgen gehen die Mönche auf den Strassen Essen sammeln, und hier kann man mit wenigen Esswaren, die man selber gekocht hat oder in einem der unzähligen Essensstände kaufen kann, dies den Mönchen spenden und damit etwas Gutes tun. Dies ist dann wirklich nicht teuer, aber man muss halt früh aufstehen und etwas kochen. Wir tun dies auch ab und zu. Aber oft gehen wir auch an dem sogenannten Wan Pha = Tag des Buddha, im Durchschnitt etwa alle Woche einmal, am frühen Morgen in den Tempel und bringen etwas Essen mit und beten dort. 

Ich habe mich daran gewöhnt und kann dabei sogar etwas wie Kraft tanken. Zumindest fühlt es sich so an. Und das ist doch gut so. Nun, nachdem wir wieder zuhause waren, haben wir noch übriges Essen an unsere beiden Nachbarinnen verteilt, sodass auch diese beiden noch in den Genuss eines guten Essens kamen.

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