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Sonntag, 20.05.2012

Gartenbau à la Niggi

12.-15.11.2009

Ich wollte schon längere Zeit etwas an der Umgebung unseres Hauses ändern.

Die Strasse, die ich letztes Jahr ja umgebaut habe, ist leider wieder etwas verlottert, da sich die Nachbarn nicht wirklich dafür interessieren und die Gemeinde uns informiert hat, dass unsere Strasse jetzt definitiv erst nächstes Jahr im Oktober befestigt wird. Wie es aussieht, wird dann die Strasse mit Asphalt und einer Abwasserleitung saniert. Deren Wort in Gottes Ohr. In der Zwischenzeit werde ich mindestens den Teil zu unseren Haus sauber halten und ausbessern, wenn immer es nötig ist. Aber die direkte Umgebung um unser Haus besteht eigentlich aus Gemeindeboden, der irgendwann einmal für eine zusätzliche Strasse in diesem Quartier gebraucht wird, wann allerdings, weiss keiner im Moment, da der Bauboom hier praktisch still steht. 

Also wird dieses Gelände von den Anrainern vorallem als Abfallplatz benutzt oder verwildert einfach. Früher hat die Gemeinde einmal im Jahr wenigstens gemäht, aber das ist jetzt nicht mehr der Fall. Ich habe an einigen Stellen nachgefragt ob ich das Gelände benutzen darf, bis die Strasse gebaut wird. Die Antworten waren so vielfältig wie ich Personen gefragt habe. Also habe ich beschlossen, ich benutze es, aber so, dass ich im Falle alles innerhalb von einer Woche abgebaut habe. Und niemand stört sich daran. 

Als erstes habe ich letztes Jahr meine Garage darauf gebaut, zum demontieren in einem halben Tag. Dann habe ich begonnen, rund ums Haus zu Roden und Unmengen von Abfall zu beseitigen. Vorallem Plastik in allen Formen von Verpackungen, hier herrscht eine unglaubliche Mentalität des „Wegschmeissens“, Glas, Batterien und Dosen, einfach alles was sich irgendwie wegschmeissen lässt wird weggeschmissen. Und obwohl es an einigen Stellen Abfalltonnen gibt in unserem Quartier, nein, es wird weggeworfen, wo man gerade steht. Allerdings haben sich einige unsere Nachbarn an uns ein Beispiel genommen und tragen ihren Müll nun schön zur Sammelstelle. 

Die sieht zwar aus, es graust einem. Weil man beim vorbeilaufen den Müll versucht, in die Tonnen zu werfen, aber jeder zweite Wurf scheint daneben zu gehen, es dann aufheben, Fehlanzeige. Und wenn die Tonnen voll sind, einfach daneben gekippt und immer grösser wird die Müllhalde. Und da man alles wegwirft, nebst Hausmüll auch Speisereste, und dies nicht zu knapp, dann kommen die Hunde und durchwühlen den Abfall nach Essbarem und verteilen dabei alles schön im Quartier. Aber zurück zum Thema. Ich wollte schon immer Rasen haben, viele Blumen und Platz zum grillieren und zum zusammen sitzen mit Nachbarn und Freunden. Also habe ich den Platz neben der Garage etwas planiert und mit Zementringen abgegrenzt. Ein Ring mit einem Durchmesser von 80 cm kostete mich dabei etwa 4 Franken, also erschwinglich. Ich bestellte 20 Stück und die wurden mir dann an einem Sonntagmorgen geliefert. Nun konnte ich beginnen mit dem Umbau. 

Die Schaukel neu platzieren, das Bambushäuschen ebenso, mit Rasen unterlegen und danach altes Bestehendes abbrechen, die Einfassung mit den Ringen setzen, Erde organisieren und Pflanzen holen in der Nähe von Rangsit und los ging es. Ich war vier Tage zusammen mit Pratuang an der Arbeit und am Samstag den 14. November war dann das wichtigste fertig. Wir beschlossen kurzerhand, am Sonntag eine Grillparty zur Einweihung zu machen. Also hat Pratuang die Leute eingeladen und am Sonntagmorgen sind wir dann einkaufen gegangen. Fleisch, Früchte, Gemüse, Getränke und anderes mehr. Es sollte die Lieblingsspeise der Thais geben, Somtam, (Papayasalat) und viel Fleisch vom Grill. Am Nachmittag startete ich schon mal den Grill, holte die Festbankgarnitur raus und baute so den Platz auf für den frühen Abend. Und es wurde ein voller Erfolg. Es kamen zwar nicht alle Nachbarn, aber was soll`s, diejenigen, die mit uns zusammen etwas für ein schöneres Quartier tun, waren dabei und es kamen Freunde und Bekannte und Verwandte und alle genossen den Abend. 

Ich denke, wir können das öfters wiederholen, dass hilft sicher, dass Verständnis untereinander zu fördern. Apropos Verständnis, ich habe eine Kompost installiert und da hier ja ein sehr feucht heisses Klima herrscht, verrotten organische Abfälle sehr schnell. Meine Nachbarn haben zuerst nur den Kopf geschüttelt, die werfen alles zusammen in den Hausmüll. Ich erklärte einigen, die fragten, warum ich das mache. Und siehe da, letzte Woche kam die erste Nachbarin und fragte, ob sie ihre Gemüse und Früchteabfälle auf den Kompost werfen dürfe. Klar durfte sie, So kann man mit Beispielen etwas bewirken ohne dass man Lehrerhaft wirkt. 

Lernen durch Überzeugung. Pratuang und ich haben dann noch einige Kleinigkeiten weiter gebaut im Garten, Ein kleines Bad, noch mehr Blumen, einige Gewürze und Pratuang hat noch einige Heilpflanzen gesetzt. Und nun müssen wir, wie es sich gehört, giessen, vorallem den Rasen, den wir gelegt haben, damit der gedeiht. Dazu habe ich noch eine Wasserleitung gelegt bis in den Garten, damit das giessen einfach geht. Ich habe aber immer noch zu tun. Es ist noch nicht alles bepflanzt und es hat noch Platz. Ach ja, wir haben noch zwei Bananenstauden und zwei Papaya Bäumchen gepflanzt. Mal sehen, was daraus wird. 

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