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Sonntag, 20.05.2012

Der Container ist endlich da

16.07.2009

Der Container ist angekommen.

Mit angekommen meine ich, er steht nun vor meinem Haus und kann entladen werden. Es ist 19:00 Uhr abends, aber er ist da. Aber der Reihe nach. So einfach wie es nun aussieht, war es nicht, leider. Ich habe im Internet etliche Geschichten darüber gelesen, wie es anderen Auswanderern ergangen ist, beim Versuch, ihre Sachen aus der alten Heimat nach Thailand zu bringen. Und ich hatte ja auch schon Erfahrung damit, nämlich letztes Jahr, als ich mit dem Flugzeug einige Sachen nach Thailand verschickt hatte. 

Ich dachte damals, das wäre unschlagbar, was ich beim abholen der Fracht am Airport erlebte. Aber nun wurde ich eines Besseren belehrt, das kann man problemlos toppen. Der Versand des Containers aus der Schweiz war eine einfache und problemlose Sache. Beste Unterstützung durch die kompetenten Mitarbeiter der Firma Team Transport in Muttenz, welche mir alles erledigten und das schnell, zu fairen Preisen und gut. Die Ankunft des Containers in Thailand war auf den 28.Juni vorgesehen. Ich hatte auch eine Kontaktadresse in Thailand, die den weiteren Ablauf wie Verzollung und Transport bis zu uns organisieren würde. 

Etwa zwei Wochen vor Ankunft rief uns eine Spedition an und forderte uns auf, Kontakt mit ihnen aufzunehmen um einen reibungslosen Ablauf zu organisieren. Wir gingen davon aus, dass es die uns von der Schweiz aus angegebene Firma sein muss, denn woher sonst sollte jemand unsere Daten und Infos zum Container haben. Also dahin gefahren, unsere Unterlagen und alles was notwendig war, dabei. Dabei bemerkte ich, dass es eine andere Spedition war als angegeben. Auf meine Frage, warum und wie sie an meine Adresse gekommen sind, erklärte man mir, dass die Reederei ihnen die Infos übergeben, da auf dem Frachtbrief nichts stand, wer der Spediteur sein soll. Deshalb entscheid die Reederei so, sagte man mir. Eine jüngere Dame, eine Assistant Sales Managerin empfing uns und begann mit erklären, wie dass in etwa ablaufen würde. Sie rechne mit drei Tagen nach Ankunft des Containers. Einen Tag um den Container von der Reederei zu übernehmen, einen Tag zum Verzollen und den dritten Tag dann, um den Transport nach Chachoengsao zu organisieren. Prima, das war so richtig nach meinem Geschmack und widersprach so den Infos, die ich aus dem Internet hatte. Sie stutze zwar etwas, als sie die Packingliste sah, aber nach 35 Jahren in der Schweiz hatte man doch einiges zusammengebracht und es wurde mir in der Schweiz empfohlen, eine genaue Liste auf englisch zu erstellen. Sie sagte, dass sie nun alles übersetzen müsse, ich verstand zwar nicht, warum, aber sei es drum, sie muss das ja wissen. 

Ein weiterer Punkt, der ihr nicht so richtig gefiel, waren einige Kartons mit Buddha und andern Figuren, die wir nach Thailand zurücknehmen wollten. Sie meinte, dass sei eher nicht üblich, aber sie werde diese Sachen einfach anders benennen. Sie nannte uns noch den Preis für die Arbeit und wir müssten den Betrag sofort überweisen, gegen Rechnung und Quittung natürlich. Also, wir fuhren eigentlich zufrieden nach Hause und bereiteten uns schon mal auf das Entladen in einigen Tagen vor und überwiesen den Betrag. Und nun begann das Warten. Am Donnerstag nach Ankunft informierte uns die Firma, dass es Probleme gebe wegen den Buddha Figuren. Sie müsse eine Bewilligung des zuständigen Departements für Fine Arts besorgen. Dies dauere etwa eine Woche. Uns war nicht klar, warum, hatte sie doch gesagt, dass auf der übersetzten Liste die Bezeichnung Buddha Figuren nicht auftauchen würde. Man erklärte uns, dass der ganze Container kontrolliert werden würde, Kiste für Kiste und Schachtel für Schachtel, dass sei eben so. Wir wurden schon mal etwas nervig, aber hofften, dass es doch zu einem guten Abschluss kommen würde. 

Nach einer Woche kam dann die Meldung, dass zwei Herren vom Fine Art Departement kommen würden um die Figuren zu kontrollieren, ob es eventuell gestohlene antike Figuren sein könnten, Die hätte ich dann aber ganz sicher auf der Ladeliste aufgeführt. Doof, aber was solls. Dafür forderte man 20`000 Baht für diese Arbeit. Nun war mir klar, man zockt uns ab. Wir riefen sofort im Fine Art Departement an und erklärten den Sachverhalt und fragten, ob dies verboten sei und ob dies wirklich so teuer würde. Der Beamte dort sagte uns daraufhin, wenn diese nicht antik seien und zum ausüben der Religion benutzt würden, sei es überhaupt kein Problem. Wenn die Firma sich dann bei Ihnen melden würde, würden sie anhand von Bildern, die wir der Spedition übergeben haben, entscheiden, ob sie kontrollieren oder nicht. Und die Kosten würden lediglich etwa 500 Baht betragen. Also war klar, die Spedition bescheisst, und zwar ziemlich unverfroren. 

Erstens waren die noch gar nicht beim Zoll, und zweitens auch nicht auf dem Fine Art Departement. Die wollen einfach alles in die Länge ziehen und Lagergeld und sonst was raus schinden. Wir riefen deshalb die Firma an und sagten Ihnen, dass gemäss Fine Art Departement keine Probleme und Kosten entstehen und sie sollten jetzt doch endlich ihre Arbeit erledigen. In der Zwischenzeit waren zwei Wochen vergangen und ein glücklicher Umstand kam uns zu Hilfe. Die Schwester des Mannes einer meiner Schwägerinnen hat eine Tochter, die zusammen mit ihrem Mann im Hafen arbeitet. Also haben wir die besucht und ihnen unseren Fall erklärt. Er war etwas erstaunt, was wir schon alles unternommen und bezahlt hatten und sagte, dass dies nicht wirklich normal sei. 

Er werde am nächsten Tag mal den Container im Lager suchen und mit dem Spediteur Kontakt aufnehmen. Es sei offensichtlich, dass da abgezockt würde. Am nächsten Tag so um den Mittag rum, rief uns die Spedition an und erklärte, dass es unmöglich sei, den Container zu verzollen. Da wären zu viele Probleme, aber gerade sei jemand vom Hafen gekommen und habe ihnen gesagt, wie es eventuell doch gehen könnte, man melde sich wieder. In der Zwischenzeit informierte uns unser Bekannter und sagte, dass die Spedition bis jetzt wirklich noch gar nichts gemacht habe ausser den Container von der Reederei zu übernehmen. Er werde jetzt Druck machen um den Fall abzuschliessen. Allerdings sei es möglich, dass die Spedition noch einige Kosten geltend machen würde, dass wäre nicht unüblich. Und wir müssten wohl oder übel bezahlen. Am nächsten Tag informierte uns die Spedition, dass die Verzollung nun geklappt habe und wir nochmals einen Betrag zu überweisen hätten, da die Zollgebühren höher seien als angenommen. 

Nun, wir zahlten, denn wir wollten endlich den Container haben. Man versprach uns, alles zu unternehmen damit der Container am Mittwoch bei uns sei. Sie schicke mir noch die Rechnung für die Lagergebühren und die zusätzliche Miete für den Container, da der länger gebraucht wurde als im Transport vorgesehen. Klar, ich werde abgezockt, aber was soll ich machen, weiter diskutieren und noch länger warten und Lagergeld zahlen. Nein, sei`s drum, auch den Betrag noch überwiesen und nun alles vorbereitet für den Mittwoch. Aber denkste, das ging nun wieder nicht, aber Donnerstag der 16.Juli, das sei nun definitiv. 

Auch der Bekannte vom Hafen rief mich an und versicherte uns, am Donnerstag geht der Container aus dem Hafen und zu uns. Wenn wir möchten, würde er noch einige Hafenarbeiter mitschicken zum helfen beim Ausladen. Wir sollten dann dort dem Vorarbeiter des Teams etwas bezahlen. Am Donnerstagmorgen rief die Spedition an und bestätigte, heute Mittag fährt er weg. Wir sollen noch das Geld für die Packer überweisen. Wir haben der aber gesagt, Niet, die bekommen den Lohn nach dem Entlad direkt von uns, basta, sonst nehmen die nochmals was für sich. Um 14:00 Uhr bestätigte der Bekannte, der Zoll habe die Plombe entfernt, einen Augenschein genommen, pro forma das zuhinterst liegende Packstück, ein Koffer, schnell geöffnet und dann den Container raus gelassen. Er denke, dass nach Maximum 2 Stunden der LKW bei uns sei. Aber oha, so um 17:00 Uhr rief der Fahrer an, er habe sich verfahren und stehe in einer anderen Stadt und versuche nun den Weg zu finden. Geil, nicht, aber was solls. Mein Schwager fuhr ihnen entgegen und fand sie und begleitete den LKW nach Chachoengsao. 

Und dann eben um 19:00 Uhr war er da. Nachdem der Fahrer noch etwa 10 Minuten brauchte, den LKW vor unser Haus zu stellen, wo hat der nur Fahren gelernt, öffnete ich gespannt den Container. Und oh Freude, wie er in Binningen geladen wurde, genau so sah er aus. Nichts verrutscht oder umgefallen. Da hat Jean-Marie Muller mit seinem Kollegen Fouzi wirklich gute Arbeit geleistet und natürlich auch Reto, Jonny und Jacky, welche damals mitgeholfen haben. Danke nochmals an dieser Stelle dafür. Nun begann der Entlad, die gingen ran wie Blücher und ich hatte alle Hände voll zu tun, damit sie so ausluden, wie ich es haben wollte, nichts auf den Kopf stellen und oder sonstige Sachen. Und dazu musste natürlich eine erste Sortierung stattfinden, damit ich später nicht gar zu kompliziert haben würde, alles so zusammen zu stellen, damit ich alles wieder finde. Als Lager haben wir ein Haus in unserer Strasse gemietet, das gerade leer war. Für umgerechnet 85.00 Sfr. Pro Monat haben wir dies nun als Lager und können in aller Ruhe aussortieren, zusammen bauen und wenn nötig, noch Bekannte dort unterbringen, Platz und Schlafgelegenheiten hat es ja nun. Übrigens, auf der thailändischen Einfuhr stand dann lediglich: used personal effects, used shoes, used books und used kitchenware as pans, bowls, cooking pots, plates etc. Der ganze Rest wie Möbel, Fernseher, Staubsauger usw. nada, nada. Soviel zur schweren Arbeit der Spedition in Thailand. Nun, was soll es, ist ja mein letzter Umzug mit allem drum und dran. Sollte aus irgendeinem Grund nochmal ein solcher anstehen, nichts nehmen wir mehr mit. Anzünden und gut ist es. 

Was mich das ganze gekostet hat. Nun, ein 40 Fuss Container von Binningen bis Bangkok inklusive Versicherung: 3200.00 Sfr. Von Bangkok bis zu uns nach Hause 2200.00 Sfr. Dabei war der Transport mit dem LKW das günstigste mit etwa 300.00 Sfr. Der Rest alles Zoll, Gebühren und Lagergeld. Da ich aber von vornherein den Seetransport mit allem drum und dran schon länger mit 5000.00 Sfr. eingeplant hatte, ging die Rechnung letztendlich auf. 

Profitiert habe ich sicher vom momentanen schwachen Export, der die Preise in den Keller fallen liess. Nicht gerechnet natürlich die verbrauchten Nerven von uns beiden. Ich habe heute alles mal angeschaut und dabei nichts gefunden, dass kaputt gegangen ist. Also doch noch ein erfreuliches Ende der Geschichte.

Einige Bilder zu 'Der Container ist endlich da'...