Reise zur Grenze von Burma
21.10.2008
Dieses Mal war das Ziel unserer Reise die Grenze zu Burma.
Der Ort heisst Dan Chedi Sam Ong, (3 Chedi Pass) und liegt im Changwat (Provinz) Kanchanaburi. Dies ist die drittgrösste Provinz in Thailand nach Nakhon Ratchasima und Chiang Mai, mit einer Fläche von 19.483 Quadratkilometern.
Der Grund der Reise? Wir waren eingeladen, den Abt vom Kloster in Laem Ngob zu begleiten. Er wollte sein Kloster, in dem er seine Lehrjahre als junger Mönch absolvierte, besuchen. Daneben ging es ihm noch um einen Besuch bei seiner Mutter, die in Burma wohnt. Da wir diesen Abt gut kennen und auch immer wieder besuchen, war es für uns klar, dass wir diese Einladung annehmen werden. Und die Reise wird uns sicher sanuk (Spass, Freude) machen. Gesagt, getan.
Am Freitagmorgen um 05:45 Uhr meldete sich der Abt, er sei unterwegs zu uns, ob wir bereit wären ?? Natürlich, wir haben ja Zeit und bereiteten den Wagen vor. Volltanken, Proviant und Getränke laden, einen Kollegen schnell holen, der gerade Zeit hat und auch mal sein Land etwas besser kennen lernen will. Nach der Ankunft des Autos mit dem Abt, er hatte noch fünf Mönche und zwei zivile Helfer sowie den Fahrer des Busses dabei, ging es nach kurzer Pause bei uns los. Über den Motorway Chonburi-Bangkok ging es los bis nach Bangkok, wo der Motorway noch nicht durchgehend gebaut ist, sodass man einen Teil quer durch Bangkok fahren muss. Für mich jedesmal ein Abenteuer, da mein Fahrverhalten noch nicht thailändisch ist. Mit Rücksicht nehmen und so kommt man da nicht weit. Ich folgte dem Stadtkundigen Fahrer des Busses, was aber doppelte Aufmerksamkeit erforderte, einmal, ihm zu folgen, und jeden abrupten Richtungswechsel von ihm, auszuführen und gleichzeitig die links du rechts vorpreschenden Fahrzeuge zu beachten und nötigenfalls auszuweichen. Ich schaffte es ohne grössere Probleme. Nachdem wir die Stadt durchquert hatten, ging es weiter Richtung Kanchanaburi, bekannt vorallem durch den Riverkwai.
Für den hatten wir aber keine Zeit, denn die Reise führte ja weiter. Sie führte uns nach Sai Yok und dann Thong Pha Phum. Dann entlang des Wachira Longkorn Stausees nach Sangklah Buri und von dort zum Wat Wang Wiwekaram. Ein berühmter Tempel, der auch schon von der thailändischen Königsfamilie besucht wurde. Der dortige grosse Abt, welcher vor einem Jahr verstarb, ist weit über die Provinzen hinaus bekannt. Er stammte aus Burma und soll aus der letzten burmesischen Königsdynastie abstammen.
Und eben dieser Abt war der Lehrermeister unseres Abtes. Ein sehr schöner Tempel mit vor allem sehr vielen Teakholz Türen und Schnitzereien von unschätzbarem Wert und exzellenter Schönheit. Nach diesemBesuch ging es dann weiter zum Grenzpunkt Dan Chedi Sam Ong. Unterwegs passierten wir einen Kontrollposten der thailändischen Armee, aber ohne Probleme. Die burmesische Grenzstadt heisst Phayathonzu. Eine Fahrt die sehr an unsere Alpenpässe erinnert, sehr viele enge Kurven und steile Anstiege bei allerdings nicht immer Schlagloch freien Belägen. Bei der Anfahrt zur Grenze sieht man dann als erstes die drei Chedi. Und im Hintergrund das Staatsgebiet von Myanmar. Der Grenzposten hier ist gemäss den dort stationierten Polizisten seit zwei Jahren nicht mehr aktiv in Betrieb. Die Grenze wird praktisch nur von Burmesen passiert, die tagsüber in Thailand Geschäfte machen oder aber meistens in Thailand arbeiten. Sie dürfen die Grenze passieren, Kontrollen habe ich keine gesehen. Burmesen gehen einfach mal schnell durch eine kleine Holztüre eines Hauses, welches direkt auf der Grenze steht, oder fahren mit dem Moped oder dem Pickup durch die Grenzpassage.
Unser Abt fuhr problemlos rüber mit seinen Mönchen und sie verbrachten die Nacht dort. Ausländer dürfen hier nicht mehr nach Burma einreisen und für Thais gilt das im Moment ebenso. Direkt an der, respektive auf der Grenze stehen Souvenirläden, kleine Restaurants und Holzmöbel Läden. Diese bieten nun wirklich exzellente Möbel an, nichts da von furniert, alles reines bestes schwerstes Tropenholz. Ein wirkliches Vergnügen, denn die Preise dafür sind sehr klein. Vermutlich ist das Holz illegal geschlagen und über die Grenze gekommen, aber von etwas müssen die ja auch leben. Daneben Kuriositäten und Alkoholika, diese eher gefälschte als echt und Zigaretten, auch hier wie beim Alkohol. Und natürlich Gold und Edelsteine, aber da kann ich als Laie nichts dazu sagen, ob echt oder nicht. Günstig auf jeden Fall und schön. Und Orchideen, ich bin fast ausgeflippt ab der Vielfalt an Farben und Formen, aber auch hier, eventuell aus Raubbau, sprich dem Urwald entnommen ohne Rücksicht auf Verluste.
Aber auch hier meine Meinung, diese Leute müssen überleben, den Burma ist eines der ärmsten Länder der Welt. Und da muss jeder für sich schauen. Ob dies richtig ist, soll ich Richter sein?? Das steht mir nicht zu. Und ja, ich habe natürlich noch Orchideen gekauft und einige Schnitzereien. Übernachtet haben wir in einem kleinen, hübschen und sauberen Häuschen im trhee Pagodas Resort. Das dazu gehörende Restaurant servierte ordentliches Thai Essen, aber vorallem das Restaurant selbst war ein richtiges Schmuckstück, gebaut komplett aus Holz und das ganze Mobiliar ebenfalls aus edlem Tropenholz. Einfach eine Augenweide. Personal natürlich alle aus Burma, das ist wie bei uns, Ausländer arbeiten für niedrigere Löhne, also nimmt man die. Die Aussicht nach Burma ist herrlich und es ist schade, dass man dieses Land nicht besuchen kann. Es soll landschaftlich noch sehr intakt sein so dass ein Besuch sich allemal lohnen würde. Aber auch die thailändische Seite hat es in sich, hohe Berge, tropische Vegetation, Wasserfälle, Höhlen und heisse Quellen, also auch hier für jeden etwas zum anschauen. Übrigens ist der Ort auch von Bangkok mit direkten Bussen zu erreichen, allerdings ist ein Fahrt mit dem Bus für meinen Geschmack doch etwas ungemütlich und die Busfahrer hier sind oft kleine Schumi`s, Vollgas auf Deibel komm raus. Aber es gibt sicher auch anständige Fahrer, die muss zu deren Ehre gesagt werden. Die meisten Besucher aber sind Thais, die mal hier etwas einkaufen wollen, was günstiger ist als in der Hauptstadt und das Vergnügen einer Fahrt durch die Berge ist auch nicht alltäglich.
Ich habe aber auch einige Farangs angetroffen, die etwas abseits der Touristenorte Thailand erleben wollen, und das kann man hier. Am frühen Sonntagnachmittag machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück, hatten wir doch knapp 500 km vor uns bis wir zuhause ankamen.
Müde aber um ein Erlebnis und viele Bilder reicher erreichten wir dann gegen 21:00 Uhr unser Haus in Chachoengsao. Es wird nicht die letzte Reise dorthin gewesen sein.




