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Sonntag, 20.05.2012

«Dédé»

27. Mai 2009 - Heute möchte ich noch einige Zeilen schreiben über André "Dédé" Graff. Ich habe ihn im Jahr 1988 kennengelernt, als er in die Balair Fracht am Flughafen eintrat. Für Dédé gab es eigentlich immer nur eines, sein Lieblingswort, " pas de problème ", und danach handelte er auch. Immer und überall war er zur Stelle wenn Not am Mann war. Unmöglich, das kannte er nicht. Manchmal schoss er natürlich auch über das Ziel hinaus, aber immer blieb er dabei liebenswert und konnte auch Fehler eingestehen. 


Er war dadurch ein sympathischer und immer freundlicher Kollege und Mitmensch. Immer war er aktiv und konnte nicht ruhig rumsitzen, das lag ihm nicht. Er brauchte seine Freiheit und erfuhr diese auch auf seinen Reisen, die er unternahm. Daneben war er ein politisch interessierter und aktiver Mann, viel belesen und immer zu tiefschürfenden Diskussionen bereit. Bei diesen Diskussionen konnte er sich so richtig in Fahrt reden und es war auch hier ersichtlich, dass er sich immer auf die Seite der Schwächeren schlug. In den Jahren bei der Balair und danach bei Swissair und Swissport wurden wir so etwas wie gute Freunde. Ich konnte mich immer auf ihn verlassen und auf ihn zählen. Und nicht zu vergessen, seine Liebe zum Genfersee, an dessen Ufern er sich eine Wohnung komplett neu gestaltet hat, die er aber zum Schluss nicht mehr benutzen konnte, weil sie eben nur für Menschen vorgesehen war, die sich frei bewegen können. 

Auch noch, als seine Krankheit offensichtlich zu Tage trat, und er sich nicht mehr frei bewegen konnte, was für ihn, als Freiheit liebenden und unabhängigen Menschen, dass wohl schwerste Schicksal wurde, konnten wir noch immer über das aktuelle Tagesgeschehen diskutieren und er versuchte alles, um sich seine Freiheit zu erhalten. Das Schicksal wollte es aber anders und damit konnte er sich nicht abfinden. Er fand wahrscheinlich, dass das Leben ohne Freiheit nicht mehr lebenswert sei. Ich bin traurig, aber akzeptiere seinen Entscheid und versuche, ihn immer in guter Erinnerung zu behalten.