Heute ist Wan Pha , (Tag des Buddha)
04.09.2009 - Ein buddhistischer Feiertag. Diese Tage sind auf das ganze Jahr verteilt, etwa jede Woche einmal, abhängig vom Mondkalender. Und da zugleich der buddhistische Ramadan ist, der im Gegensatz zum islamischen drei Monate dauert, gehen wir ab und zu an Wan Pha in einen Tempel zum tam boon, etwas gutes tun. Das geht in etwa so. Man bereitet zuhause Essen und Trinken vor, organisiert Blumen und geht dann je nach Tempel am Morgen zwischen 07:00 Uhr und 10:00 Uhr zu einem Tempel. Dort werden die Speisen für die Mönche vorbereitet und dann wird im Gebetshaus des Tempels von den Mönchen eine Zeremonie abgehalten. Da werden Gebete im typischen Singsang (chanting) abgehalten. Die anwesenden Leute beten mit. Das Ganze ist dabei aber so, dass nicht alle die ganze Zeit nur ernst da sitzen. Kleine Kinder dürfen rumkrabbeln, auch klingelt mal ein Handy, oder man erzählt sich Neuigkeiten. Und trotzdem wirkt das ganze sehr beruhigend und tut mir gut.Anschliessend essen die Mönche die gespendeten Speisen, während ein Mönch dazu eine Predigt hält, die verschiedene Themen enthalten kann.
Das Spenden ist der Kern des tam boon. Den wer Gutes tut, darf im nächsten Leben Gutes erwarten. Es ist also eine Ehre, etwas zu geben und ein gutes Werk. Nach dem Essen wird nochmals gebetet und danach gehen die Mönche ihren Tagwerk nach. Das kann je nach dem, verschiedenes sein. Die Mönche im Tempel, den wir heute besucht haben, bauen gerade ein Krematorium für ihren Tempel selbst. Andere reinigen die Tempelanlage oder lesen heilige Schriften, usw. Viele Tempel haben auch Schulen, an denen die Mönches als Lehrer wirken. Nachdem also die Zeremonie vorbei war, hat Pratuang noch ein paar Räucherstäbchen angezündet und dann die in fast jedem Tempel bereitgestellten Stäbchen geschüttelt.
Wenn man es richtig macht, fällt ein Stäbchen heraus das eine Nummer hat. Zur Nummer gibt es dann einen Zettel, auf dem man nachlesen kann, was das Schicksal einem bietet. Der Zettel für Pratuang war gut. Also, nach einem guten Tam Boon fuhren wir nach Hause und fühlten uns gut und zufrieden.Hier wollten wir noch einige kleine Arbeiten erledigen. Als erstes war das Reinigen der Ventilatoren dran. Für die Deckenventilatoren holte ich meine grosse Leiter. Die habe ich letztes Jahr einem fliegenden Händler abgekauft, der meine Zweifel, ob die Leiter auch stark genug sei für mich, wegwischte und mir garantierte, die hält mindestens 10 Jahre. Ich Gutgläubiger. Also rauf auf die Leiter und den ersten Ventilator gereinigt. Beim Zweiten war es dann soweit. Ich die Hände am Ventilator, also relativ weit oben und gestreckt, und da merke ich, das geht schief. Aber ich konnte nicht so schnell reagieren, wie die Leiter zusammen krachte.
Ich konnte den Sturz so steuern, dass ich nicht mit dem Kopf auf den Boden knallte, ich landete auf der rechten Ferse, die nun schmerzt. Sonst aber erlitt nur die Leiter Totalschaden. Wieder was gelernt, Qualität kostet eben was. Nachdem dann alle Ventilatoren sauber waren, bekam ich einen Haarschnitt ( 5mm) von Pratuang. Die einzig richtige Frisur hier wegen den Temperaturen. Nach dem schneiden eine Dusche, und was ? Ablauf verstopft. Also durchspülen, habe ich doch schon mal gemacht. Aber , wie verhext. Jetzt ist die Küche überschwemmt. Der Ablauf geht dort durch, zusammen mit dem Ablauf der Waschmaschine.
Also, aussen am Haus den Ablauf säubern,was heisst, mit einer Schaufel den Abwassergraben freischaufeln. Hier ist das Abwasser nicht so organisiert wie in der Schweiz. Also, Schweiss und Schlamm und so weiter. Nach einer Stunde läuft alles wieder. Also, nochmals duschen und dann etwas ausruhen. Etwas später ruft Pratuang, unser oberes Bad ist unter Wasser. Was ist jetzt los. Der Schlauch für das Spülwasser der Toilette hat ein Loch. Ist natürlich kein Panzerschlauch, nur Plastik. Zum Glück habe ich aber noch aus der Schweiz eine Panzerschlauchverbindung. Und die Anschlüsse passen. Also, auswechseln und nach einer viertel Stunde ist alles wieder ok. Na , ja , dabei bemerkte ich, dass der Stutzen zum Spülkasten nicht mehr ganz dicht ist. Also muss ich morgen noch eine neue Toilette holen, da der Stutzen eher nicht mehr gerettet werden kann.
Anschliessend noch das ganze Bad reinigen,was auch immer wieder Kopfschütteln bei mir hervor ruft. Haben die damals doch wie hier üblich, einen Ablauf im Badezimmerboden eingebaut. Praktisch, da kann man einfach den Schlauch nehmen und abspritzen. Aber nicht so hier. Weil der Ablauf am höchsten Punkt des Bodens liegt, Toll, also jedesmal mit Lappen und Schwamm angreifen.Am Abend habe ich mich dann gefragt, war das jetzt ein guter Tag, nachdem wir doch ein Tam Boon gemacht haben?
Aber ich denke, so schlecht war er nicht. Ich habe mich nicht wirklich verletzt und alle Abläufe sind wieder frei und die Toilette hat einen Panzerschlauch, der sollte länger halten als der Vorgänger. Und wenn ich dann im nächsten Leben Gutes erhalte, hat es sich doch gelohnt.

