Ban Rajawadee, Heim für behinderte Kinder in Nonthaburi.
24.08.2009 - Seit einigen Jahren besucht unser Sohn Michael mindestens einmal im Jahr dieses Heim. Er begann damit, einen Besuch abzustatten und dabei kleine Geschenke und Snacks mit zu bringen. Nicht viel, aber für die Kinder dort für einige Stunden Freude und etwas Abwechslung. Letztes Jahr sind wir zwei dann auch mitgegangen und haben darauf hin gesagt, machen wir wieder, wenn En in Thailand ist.
Dieses Heim ist von den Dimensionen sehr gross, mit etwa 20 Abteilungen. Da gibt es die Kleinkinderstation, Mädchenstationen, Knabenabteilungen, und diverse andere, nach Schwere der Behinderung und anderen Kriterien unterteilt. Wir haben noch nie alle besucht, dass würde den Rahmen sprengen. Aber auf Nachfrage bei der Heimleitung hat man uns gesagt, wo wir die Besuche machen sollen und dürfen. Und was man so mitbringen kann, damit die Kinder etwas davon haben. Zuerst muss ich sagen, dass dieses Heim einen sehr gepflegten Eindruck macht. Und es sind doch recht viele Mitarbeiter da, die sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern.
Es werden dort viele Aktivitäten angeboten und es gibt sogar Teilnehmer an internationalen Behinderten Spielen, Die letzten wurden gerade in Hongkong abgehalten und ein Teilnehmer aus diesem Heim hat dabei eine Goldmedaille gewonnen im Boggia spielen. Er hat uns dies auch voll stolz erzählt. Dieser junge Mann kann es besonders gut mit Michael und er freut sich jedes Mal riesig, wenn er wieder kommt. Also hat Michael auch dieses Jahr wieder alles vorbereitet, eingekauft und den Transport organisiert. Wir haben uns zur Hälfte an den Kosten beteiligt. Für uns wenig, für die Menschen dort aber eine tolle Sache. Wir fuhren von zuhause direkt Richtung Kinderheim, was nicht ganz problemlos ablief, ich habe mich total verfahren habe, und musste dann von Michaels mit ihm befreundeten Fahrer durch die Aussenbezirke von Grossbangkok lotsen lassen bis zum Heim. Nonthaburi ist eine direkt an Bangkok grenzende Provinz und beinahe so unübersichtlich, Strassenmässig gesehen, wie Bangkok selbst.
Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das jemals schaffen werde, ohne Hilfe durch Bangkok zu fahren um ein bestimmtes Ziel zu finden. Na ja, wir werden sehen. Zurück zum Besuch. Nachdem wir dann glücklich dort eintrafen, begrüssten sofort die ersten Kinder Michael überschwänglich. Auch eine der Leiterinnen begrüsste uns und freute sich, dass wir wieder gekommen sind. Mit dabei waren auch Michaels Frau, ihre Schwester und noch eine Bekannte ihrer Familie, sowie zwei junge Männer aus Deutschland, Bekannte von Michael und uns, die in Thailand leben, da sie beide eine thailandstämmige Mutter haben und hier etwas erleben und bewegen möchten. Wir bereiteten mit einigen Mitarbeitern des Heims einen Gabentisch vor, an dem danach die jungen Kinder und Burschen vorbei liefen und sich je ein kleines Spielzeug und einen kleinen Snack abholten, Die strahlenden Augen sagen mehr als Worte und machen uns immer wieder klar, wie gut es uns geht. Dabei hat es gerade in dieser Abteilung richtige Künstler. So zum Beispiel ein junger Mann, gelähmt, aber ein begnadeter Mundmaler. Ich fragte ihn, ob er mir eines seiner Bilder verkaufen würde und er sagte, dass er eigentlich nicht für Geld male, aber ich dürfe eines haben.
Nachfragen bei der Heimleiterin wegen dem Betrag für ein Bild, ergaben, dass ich ihm 50 Baht geben solle, dass wäre gut. Ich habe ihm dann mehr bezahlt, weil ich finde, er malt wirklich gut, und mir tut etwas mehr Geld nicht weh, er aber kann es gebrauchen. Nachdem wir noch Bälle für alle an die Heimleitung übergeben haben, wechselten wir zu einer Abteilung für Mädchen und junge Frauen. Hier verteilten wir einfachen Schmuck wie Armreife, Ringe, Haarspangen und kleine Puppen sowie Snacks und Schokolade und so. Und auch hier sah man strahlende Gesichter, und viele zeigten stolz was sie bekommen hatten, und wollten dazu noch fotografiert werden. Ich habe die Heimleitung natürlich gefragt, ob man fotografieren darf und ob ich davon auch Bilder im Internet veröffentlichen darf.
Beides wurde mir erlaubt, wobei man mich bat, Bilder von schwerstbehinderten Kindern, in ihren Zimmern nicht zu zeigen. Ich kann das nachvollziehen und halte mich daran. Ich habe letztes Jahr eine solche Abteilung dort gesehen und war erschüttert, einerseits, was es alles gibt, und anderseits, wie sich auch diese Menschen freuen können über etwas Zärtlichkeit wie eine Berührung und wie ein paar Worte Freude auslösen können. Nachdem wir bei den Mädchen Abschied genommen haben, besuchten wir noch die Abteilung mit Flüchtlingen. Dort gibt es wenig Besucher und wir haben dort ebenfalls noch Snacks, Milch und Spielzeug verteilt, es hat dort viele Mütter mit Kindern, meistens aus Kambodscha stammend. Zum Schluss brachten wir noch in der Abteilung für Babys Kleider vorbei und schlossen dann unseren Besuch ab.
Es gibt immer Leute, die Spenden ins Heim bringen, wir waren an diesem Tag nicht die einzigen, und das finde ich gut. Das Thais ihre Benachteiligten nicht vergessen und etwas spenden. Dazu fällt mir noch eine reizende Geschichte vom letzten Jahr ein. Wir waren damals auch bei den Mädchen und jungen Frauen. Daneben waren noch einige Thailänder mit Spenden da. Unter anderem Lebensmittel und Kleider. Und dann war da noch eine Familie. Vater, Mutter und etwa 6 jähriger Sohn. Er hatte Spielsachen dabei, von denen er teilweise etwas spenden wollte. Als er sah, dass wir ebenfalls viele Spielsachen dabei hatten, aber andere als er, wollte er gerne etwas von unseren Spielsachen haben. Seine Mutter sagte ihm, dass er nur etwas annehmen dürfe, wenn er dafür ein Spielzeug, welches eigentlich von ihm nicht zum verschenken gedacht war, dem Heim schenke, sonst nicht. Und was macht der kleine Mann, er verschenkt ein Spielzeug, das wesentlich grösser war, als jenes, welches er dann von uns bekam. Hut ab vor dem Jungen und der Mutter. wir werden nächstes Jahr wieder hingehen.
Wir haben auch noch gefragt, was sie brauchen könnten, und man sagte uns, dass Kleider immer gerne genommen würden. So werden wir das nächste Mal nebst Snacks und Spielsachen Kleider organisieren, das ist in Thailand nicht allzu schwierig. Wir sammeln Geld und kaufen dann engros in Bangkoks bekanntem Textilviertel günstig T-Shirts und sonst noch was ein. Mal sehen, was wir bis dahin zusammen bekommen. Ich werde davon natürlich berichten. Bilder vom diesjährigen Besuch gibt’s wie immer im Bilderarchiv unter Thailand, Verschiedenes.

